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Supersilent - 9  CD


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Art.Nr.: CA

Supersilent - 9 CD

Da waren's nur noch drei. Nach 12 Jahren hat Drummer Jarle Vespestad das Quartett Supersilent verlassen – und das verbleibende Trio aus Ståle Storløkken, Arve Henriksen und Helge Sten hat sich zudem entschieden, ihr bisheriges Instrumentarium gegen Hammondorgeln auszutauschen. Alles anders also?

Jein. Um es gleich mal zu sagen: Supersilent sind so gut, so wegweisend und so innovativ wie eh und je. Ihre Sounds jagen die Musiker immer noch durch allerlei Effektgerät, die vier titellosen Stücke sind immer noch mit geradezu telepathischer Präzision frei improvisiert. Wieder haben Deathprod und Bob Katz beim Mastering eine Meisterleistung hingelegt und schaffen es, die magische Spannung und die ganze dynamische und atmosphärische Bandbreite eines Supersilent-Livekonzerts auf CD zu bannen. Also: Ein Album vor dem psychologisch wichtigen zehnten sind die norwegischen Soundtüftler auf der Höhe ihres künstlerischen Outputs – wie allerdings bei jedem Album zuvor auch schon.

Und doch hat sich was verändert – wie sich auch zuvor schon, seit dem Debüt 1997, immer mal wieder was geändert hat. Es ist die Struktur des Klangs: hier wieder deutlich rauer, widerhakiger, aggressiver und gleichzeitig abstrakter als bei den Alben 4 bis 8, bei denen man als Hörer zuverlässig irgendwann von einer überwältigend sphärischen Klangwand wohlig hinweggefegt wurde. Die drei Orgeln machen diesmal aber keine Himmels-, sondern eher kalte Weltraummusik. Die allerdings wiederum so faszinierend ist, dass man gebannt in diese endlosen, mal dröhnenden, mal pulsierenden, mal wispernden Weiten lauscht.

Prognose: Auch bei Album 20 werden Supersilent wieder das Rad neu erfinden, was eigentlich unmöglich sein sollte, bei diesem Ensemble aber nicht ist. »Bleibt alles anders«, wie das ein deutscher Nicht-Avantgardist mal ganz schön ausgedrückt hat. Als hätte er Supersilent mal gehört. Unwahrscheinlich. Aber nicht unmöglich ... (Sebastian Pantel) www.nordische-musik.de